Fächerübergreifende Bezüge und nachhaltige Ansätze im HSU Russisch
DOI:
https://doi.org/10.48789/2026.1.7Schlagwörter:
Heritage Language Instruction, CLIL, Language Awareness, ESD, Russian as a Heritage LanguageAbstract
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) wird zunehmend als Querschnittsaufgabe aller Schulfächer verstanden. In diesem Kontext ist herkunftssprachlicher Unterricht (HSU) von besonderem Interesse, da er von Natur aus auf Mehrsprachigkeit, Sprachbewusstsein (Language Awareness) und Verbindungen zwischen Schulfächern ausgerichtet ist. Lehrpläne für HSU in den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Sachsen betonen Koordination mit anderen Fächern und die Entwicklung metalinguistischer Kompetenzen. Dadurch wird HSU zu einem relevanten Kontext für die Ziele der BNE.
Dieser Artikel untersucht zum einen, in welchem Ausmaß HSU-Lehrpläne grundlegenden BNE-Kriterien (Wittlich, 2024) entsprechen, und zum anderen, wie Lehrkräfte für Russisch als Herkunftssprache in ihrer Unterrichtspraxis interdisziplinäre Verbindungen etablieren. Die empirische Grundlage der Studie bilden zehn leitfadengestützte Interviews mit Lehrpersonen, die zwischen 2022 und 2025 geführt wurden.
Die Resultate zeigen, dass Lehrkräfte unterschiedliche Strategien anwenden. Einige fokussieren sich auf die Entwicklung von Language Awareness durch Sprachenvergleich und metalinguistische Reflexion. Andere integrieren fachrelevante Inhalte aus Geographie, Geschichte oder den Naturwissenschaften und binden dabei CLIL-orientierte Herangehensweisen ein. Diese Praktiken schließen einander nicht aus und treten häufig in Kombination auf. Insgesamt zeigt herkunftssprachlicher Unterricht beträchtliches Potenzial, grundlegende BNE-Kriterien zu unterstützen, darunter Reflexivität, interdisziplinäres Denken und eine reflektierte Auseinandersetzung mit sprachlicher und kultureller Diversität.
