Zwischen Tradition und nachhaltiger Bildung im Fremdsprachenunterricht
Zur Bedeutung von interkultureller Kompetenz im Russischunterricht
DOI:
https://doi.org/10.48789/2026.1.6Schlagwörter:
Interkulturelle Kompetenz, Nachhaltigkeit, Professionelle Überzeugungen von Russischlehrkräften, Fremdsprachenunterricht in Deutschland, Q-MethodeAbstract
Vor dem Hintergrund intensiver gesellschaftlicher Debatten, migrationsbedingter Vielfalt sowie globaler politischer Entwicklungen rücken Demokratiebildung, kritisches Denken und nachhaltige Entwicklung verstärkt in den Fokus schulischer Bildungsdiskurse. Dem schulischen Russischunterricht kommt dabei spätestens seit dem russländischen Angriffskrieg auf die Ukraine eine besondere Bedeutung zu. Aufgrund der hohen Heterogenität der Lerngruppen bietet er Potenzial für die Förderung interkultureller kommunikativer Kompetenz (IKK) als Grundlage für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und politische Bildung.
Dieser Beitrag untersucht die Bedeutung von IKK im Russischunterricht aus der Perspektive von Russischlehrkräften in Deutschland. Grundlage dafür bildet eine explorative Q-Studie, die subjektive Einstellungen und Deutungsmuster von insgesamt 15 Lehrkräften erfasst. Die Ergebnisse zeigen vier unterschiedliche Zugänge zur IKK: einen wissensorientiert und kritisch-reflektierten, einen lebensweltlich-alltagsnahen, einen politisch und gesellschaftlich kritisch-reflektierten sowie einen konfliktvermeidenden und apolitischen, erfahrungs- und wissensorientierten Zugang. Insgesamt wird IKK von den Lehrkräften als positiv bewertet und im Russischunterricht präsent wahrgenommen, wobei den jeweiligen Überzeugungen unterschiedliche Verständnisse und Schwerpunktsetzungen zugrunde liegen. Die Studie liefert Einblicke in aktuelle Einstellungen und unterrichtliche Praktiken und verdeutlicht das Potenzial des Russischunterrichts für die Förderung nachhaltiger und interkultureller Bildungsprozesse sowie für die Weiterentwicklung der Professionalisierung von Fremdsprachenlehrkräften.
